„Schau mal was hier steht“: »Der Weser-Radweg, der beliebteste Flussradweg Deutschlands, folgt auf seinen 500 Kilometern immer dem Lauf der Weser. Von Hann. Münden schlängelt er sich einmal durch das Weserbergland, durchquert die norddeutsche Tiefebene, die Hansestadt Bremen entlang des Werdersees, bis er schließlich an der Mündung zur Nordsee endet.« „Das ist ja direkt vor unserer Haustür, Kalle!“

Bei diesen Temperaturen haben Simone und ich uns natürlich für eine kurze Etappe des Weser-Radweges entschieden: Von unserem neuen Zuhause in der Gartenstadt Werdersee wollen wir nach Achim radeln, bei Ueserhütte die Weser überqueren und von dort soll es über Ahausen und Dreye wieder zurück in die Gartenstadt gehen – immerhin 48 Kilometer.

„Flach, ruhig und viele Erfrischungsstopps am Wegesrand: Wie für uns geschaffen!“ Simone hatte wie immer einen Plan: „In Achim gibt es dieses entzückende Bootshaus, direkt an einer kleinen Marina an der Weser mit wunderschöner Terrasse. Dort können wir einen Zwischenstopp einlegen und überqueren dann die Brücke zurück Richtung Bremen.“

Die Sonne zeigte sich bereits über dem Weserwehr als wir uns morgens auf unsere Räder schwangen. Zu dieser Tageszeit waren die Temperaturen noch angenehm und der Fahrtwind brachte zusätzliche Kühle. Nachdem wir das Weserwehr und den Hemelinger Hafen passiert hatten und die Stadt hinter uns ließen, rollten wir nun auf dem »Bollener Deich« entlang des Flusses. Im Zickzackkurs schlängelt sich dann der Weser-Radweg über befestigte Feldwege und durch Wiesen und Dörfer. Nach knapp 20 Kilometer hatten wir Achim erreicht und kurz vor der Weser-Brücke bogen wir rechts in den Yachthafen, zu unserem Stopp, ein.

„Als Sportler brauche ich jetzt Kohlenhydrate!“, sagte ich und bestellte Pasta von der Karte. Simone das Limonenrisotto und Zanderfilet. Dazu tranken wir zum Aperitiv einen gut gekühlten Riesling Sekt. Und Simone hatte schon wieder hochfliegende Pläne: „Was meinst Du, sollen wir nächsten Sommer einmal die große Tour angehen und vom Weserbergland bis nach Bremerhaven radeln?“ Simone hatte offensichtlich das Radelfieber gepackt. „Das sind ja auch nur 9 Tage. Jeden Abend übernachten wir in einem anderen Hotel; vor der letzten Strecke bis zur Wesermündung sogar im eigenen Bett. Und Du wirst sehen: Nach ein, zwei Tagen rollt es sich wie von allein!“ Ich blickte kurz auf das Thermometer und sah dann Simone an. „OK, aber nur unter einer Bedingung: Wenn wir uns bis dahin E-Bikes gekauft haben. Und wir sollten uns bald auf den Rückweg machen – ich glaube es gibt heute noch Gewitter …“