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„as ist denn im Arbeitszimmer los?“, murmele ich vor mich hin, als ich langsam die Tür öffne. Laute Technomusik stampft vor sich hin. Der kleine Tom schaltet den Deckenstrahler ein und aus, generiert so einen Stroboskop-Effekt. Lukas sitzt juchzend auf dem Schreibtischstuhl, den mein Mann Martin im Kreis dreht. Die drei bemerken mich gar nicht. „Und die nächste Runde geeeht rückwärts!“, ruft Martin, wie ein waschechter Schausteller. Ich mache mich bemerkbar: „Was macht ihr hier für einen Quatsch, und warum fangt ihr ohne mich an?“

Lukas sagt mit großen Augen und zerzaustem Haar: „Wir stimmen uns auf den Freimarkt ein, Mama.“ Ich antworte: „Ja, das sehe ich.“ und kann mir ein Lachen nicht verkneifen. Wir albern noch ein wenig herum. Dann packen wir uns warm ein und verlassen unser Zuhause in der Gartenstadt Werdersee. Den Rummel auf der Bremer Bürgerweide besuchen wir gemeinsam mit unseren Freunden aus der Nachbarschaft: Lena mit Töchterchen Cynthia sowie Simone und Dennis mit dem kleinen Hugo. Das erste Fahrgeschäft, das die gut gelaunte Truppe ansteuert, ist die Straßenbahn – Linie vier. Nur wenige Minuten zu Fuß, und schon haben wir die Haltestelle „Huckelriede“ erreicht. Die Bahn nimmt im Zehn-Minuten-Takt Kurs auf den Bremer Hauptbahnhof. Das tolle für uns: keine lästige Parkplatzsuche.

Schon bald sind wir Ziel. Wir betreten das Volksfest, das zu den ältesten in Deutschland zählt, und stürzen uns ins Getümmel. Von nun an haben wir zahlreiche Attraktionen abzuklappern. Losbude, Autoscooter, Riesenrad und Geisterbahn sind ein Muss. Gleiche gilt für die Stände mit den kulinarischen Rummel-Klassikern: Fischbrötchen, Bratwurst, gebrannte Mandeln, Schmalzkuchen und Sahneeis. Über 300 Schausteller sorgen jedes Jahr für Nervenkitzel, Spaß und Gaumenfreuden. Gut vier Millionen Besucher lassen sich von der Stimmung des Freimarkts mitreißen, im Kreis drehen und gar auf den Kopf stellen.

Nachdem wir unsere Runde beendet haben, machen wir uns auf den Heimweg. Die Kleinen sind langsam müde. Satt sind wir alle. „Der Trubel tat richtig gut!“, denke ich mir, doch nun freue ich mich darauf, den Abend mit einem Glas Wein auf der Couch ausklingen zu lassen – in unserem ruhigen Zuhause in der Gartenstadt Werdersee. Wenn die Kinder etwas älter sind, können sie von hier aus auch super mit dem Fahrrad die „Fünfte Jahreszeit“ besuchen. Doch das ist noch ein bisschen hin.