„Habe ich auch an alles gedacht?“, ich überprüfte noch einmal unsere Einkaufsliste. Für Linsen, Bohnen, Nudeln und Müsli hatten Tom und Lukas in den letzten Wochen fleißig unsere Marmeladengläser gesammelt und gereinigt. Paula und ich hoben die Saft- und Weinflaschen auf, die wir später mit Waschmittel, Shampoo und Spüli füllen wollten, und legten sie regelmäßig mit in den Einkaufskorb im Vorratsraum. „Das dürfte nun wirklich reichen“, beschlossen Tom und Lukas eines Tages, als sie wieder einmal den Korb hervorgeholt und alle Glasbehälter gezählt hatten.

„OK, seid ihr bereit? Dann los!“ Die beiden ließen sich nicht lange bitten und schon radelten wir zu dritt von der Gartenstadt Werdersee über den Weserdeich, Richtung Neustadt in die Rückertstraße. Vor einem Laden mit einem großen weißen Schild »L’Epicerie Bio« kamen wir zum Stehen und stellten unsere Räder davor ab. Ich checkte kurz meinen Fahrradcomputer: „15 Minuten von der Gartenstadt Werdersee bis hierher – nicht schlecht!“

Wir betraten den Laden und schauten uns erst einmal in Ruhe um. Neben Obst und Gemüse gab es mehrere Sorten Reis, Nudeln, Müsli, Hülsenfrüchte und Gewürze, die in langen Glasbehältern an der Wand hingen. Dazu Käse, Weine und sogar Zahnbürsten und Kosmetik. Alles unverpackt, alles ohne Plastik. Zuerst nahmen wir unsere Behälter aus dem Korb und wogen sie. Dazu stellten wir sie hintereinander

auf die Waage an der Kasse und notierten das Gewicht mit einem Edding unter dem Glas. Tom und Lukas füllten sie dann an den »Schüttbehältern« einzeln mit Nudeln, Linsen, Reis, Müsli und Gewürzen und beschrifteten sie. Shampoo, Waschmittel und Spüli gab es in großen Plastikbehältern mit einem Pumpmechanismus. Dafür hielt ich ein durchsichtiges Behältnis darunter, pumpte vorsichtig die Flüssigkeit in ein Gefäß und verschloss es.

„Haben wir jetzt alles?“ fragte ich die beiden, die augenblicklich protestierten: „Natürlich nicht!“ Ich schaute auf die Einkaufsliste und in den Korb, konnte aber nichts entdecken. Tom und Lukas zerrten an mir und zeigten auf den Tisch mit der losen Schokolade. „Überredet!“. Ich zog lächelnd einen kleinen Stoffbeutel aus dem Korb, gab ihn Tom, der mit Lukas geradeaus in Richtung Schokolade stürmte. „Denkt ihr bitte auch an Opa Siggi – der mag doch so gerne Zartbitterschokolade?“ rief ich ihnen noch hinterher. „Und für Paula und mich fülle ich noch eine Flasche »Côtes du Rhône« ab – davon kann man ja nie genug im Haus haben…“