Endlich ist es so weit! Heute beginnt die Weihnachtsbäckerei! Tom und Lukas stehen vor mir, jeder mit seiner eigenen Schürze bewaffnet. Seiner eigenen Schürze? Ja, ganz richtig gehört: Bei uns im Hause ist das Backen Männersache.

Unser alljährlicher Männerbacktag, kurz vor Weihnachten, hat schon eine gewisse Tradition. Paula winkt sie wenn’s ums Thema Backen geht nur ab: „Backen ist einfach nicht mein Ding!“ lacht sie.

Und weil Oma gerne Plätzchen isst, und zwar am liebsten Nougatplätzchen, bekommt sie unsere selbstgebackenen Kekse zu Weihnachten in einem hübschen Glas geschenkt. So erfüllt das Backen, neben der Bespaßung der Kids, noch einen weiteren schönen Zweck.

Erst werden die Zutaten für den Teig in einer Schüssel zusammengeworfen, anschließend versuchen beide Jungs sich im Kneten. Wenn den beiden die Kraft ausgeht, helfe ich noch etwas nach. „Papa, darf ich vom Teig naschen?“ „Na klar, aber nicht so viel, sonst bekommst du noch Bauchschmerzen.“

Das Plätzchenbacken beherrschen wir inzwischen perfekt: Das Ausrollen des Teigs übernehme traditionell ich. Lukas verteilt hilfsbereit das Mehl auf der Arbeitsfläche, nicht ohne im Vorbeigehen geschickt ein wenig Mehl in den Nacken seines kleinen Bruders rieseln zu lassen. Dabei grinst er zu mir herüber, aber Tom nimmt davon kaum Notiz: er darf heute zum ersten Mal die Scheiben von der großen Teigrolle abschneiden.

Die Zeit im Ofen wird den Beiden dann immer lang. Alle 2 Minuten drücken sie sich vor dem Backofen herum und schauen durch die Scheibe auf die Plätzchen. „Wie lange nooooch?“ Dann wird das Blech unter großem Hallo aus dem Ofen geholt, und nun heißt es warten, warten, warten bis die ersten Plätzchen abgekühlt sind. „Lasst der Oma noch ein paar übrig“ ruft Paula lachend aus dem Wohnzimmer, als sie die beiden Naschkatzen über die inzwischen abgekühlten Plätzchen herfallen sieht. „Aber Mama, nur eiiiinen noch!“ rufen Tom und Lukas durcheinander. Es werden dann eher noch drei. Egal – wir backen dann einfach noch einmal, denn in unserer Küche sind wir eigentlich immer. Die ist genau so, wie wir es uns immer gewünscht und im neuen Haus endlich gefunden haben.