„Zuerst war es ja doch ein bisschen wackelig, aber als ich mich nach einigen Minuten daran gewöhnt hatte, meinen Körper im Lot zu halten, war es plötzlich superleicht“. Cigdem schwärmt unserer Nachbarin Brigitte noch immer von unserem Einsteigerkurs auf dem SUP-Board vor. „SUV?“ – Brigitte versteht erst einmal rein gar nichts. „SUP! Das steht für Stand Up Paddling: Du stehst ganz einfach aufrecht auf einem Surfbrett und bewegst dich mit Hilfe eines Paddels voran. Du musst dir das wie Kanusport, Wellenreiten und Fitnesstraining auf einmal vorstellen. Und lernen kannst Du das direkt hier bei uns auf dem Werdersee.“

„Runter vom Sofa und rauf aufs Board“, mit diesem Satz der SUP-Schule hatte man uns natürlich sofort gepackt. Deren Basis liegt direkt vor unserem Zuhause in der Gartenstadt am Werdersee. Und jetzt findet unser nächstes kleines Abenteuer eben vor unserer Haustür statt.

Natürlich bekommen wir vorher eine gründliche Einweisung, doch viel zu lernen gibt es eigentlich nicht: Gemeinsam stellen wir die Paddellänge ein und bereiten die Boards vor. Danach zeigt man uns die korrekte Position und Haltung auf dem Board und am Paddel, erklärt die drei Basis-Paddelschläge und gibt Tipps für den richtigen Ein- und Ausstieg. „Die Füße hüftbreit auf Höhe des Griffs platzieren, die Beine leicht beugen, vom Rand abstoßen – und ziehen. Wer sich nicht gleich hinstellen will, kann auch erst mal auf den Knien paddeln“, ruft uns unser Lehrer noch zum Abschluss zu, als wir bereits die Boards langsam ins Wasser gleiten lassen. „Was soll mir schon passieren, außer dass ich vielleicht ins Wasser falle?“, denke ich noch und schon steige ich aufs Board, stoße mich vom Rand ab und steuere mit kräftigen Paddelzügen auf den Werdersee. Dort ist es jetzt wieder ruhig. Und so ist die abendliche Tour wie eine kleine Meditation auf dem Wasser. Ich biege mit meinem SUP in Richtung „Kleine Weser“ und Sonnenuntergang ab. Jetzt höre ich nur noch mein Paddel, rechts ziehen, links ziehen, gleiten.

SUP ist wie ein kleines, aber dennoch intensives Workout. Und nach einer ganzen Stunde auf dem Wasser relaxen Cigdem und ich nun in gemütlichen Liegestühlen am Strand und nehmen ein kühles Getränk zu uns. „Morgen werden wir jeden unserer Muskeln spüren, aber das ist jede Minute auf dem Board wert.“