Ich stemme meine Arme in die Hüfte und betrachte das Vogelfutterhaus, das ich soeben in den Garten gestellt habe. „So, hier findet keine Katze Deckung, um sich anzuschleichen“, murmele ich zufrieden vor mich hin. Zu meiner Linken steht Tom, die Körperhaltung des Papas nachahmend und sichtlich stolz über die neue Errungenschaft. Zu meiner Rechten wartet Lukas ungeduldig darauf, grünes Licht zum Befüllen des Holzhäuschens zu bekommen. In den Händen hält er eine Tüte mit Sonnenblumenkernen. Ich klatschte einmal kräftig in die Hände und sage: „Kommt, wir geben den Vögeln etwas zu essen!“.

„Jaaa“, halt es von beiden Seiten wie aus einem Mund zurück. Tom und Lukas stürmen los und befüllen die Bodenfläche des Häuschens mit einer Schicht aus Sonnenblumenkernen. Dann blickt Tom nach oben. „Und jetzt?“, fragt er. „Wann kommen die Vögel?“, möchte er wissen. Ich antworte: „Hab´ ein bisschen Geduld. Das muss sich erst einmal rumsprechen, dass es bei uns im Garten etwas Leckeres gibt“. Tom und Lukas nicken. Dann gehen wir wieder ins Haus. Das Mittagessen ist fertig, denn Paula hat in der Zwischenzeit gekocht, damit auch die ungefiederten Bewohner der Gartenstadt eine Stärkung erhalten.

Während des Essens lässt die Kleinen das Thema Vogelfütterung nicht los. „Du, Mama, warum geben wir überhaupt den Vögeln etwas zu essen? Können die sich nicht selbst Futter besorgen?“, möchte Lukas wissen. Paula erklärt: „Meistens finden die Vögel auch ohne uns genug Nahrung, aber wenn es draußen kalt ist, freuen die sich auch, wenn man ihnen ein bisschen hilft.“ Kaum ist der Nachtisch verputzt, rennen die Kleinen ins Wohnzimmer, um durch das große Terrassenfenster auf das Futterhaus im Garten zu schauen.

Und siehe da: Ein paar Amseln und Kohlmeisen nutzen bereits das angerichtete „Gartenstadt-Buffet“. Tom ruft: „Mama, Papa, kommt schnell!“. Paula und ich eilen herbei und stellen uns mit ans Fenster. Gemeinsam beobachten wir das quirlige Treiben der sichtlich gut gelaunten Wildvögel. „Und im Sommer stellen wir ein Schälchen mit Wasser nach draußen, damit die Gartenstadt-Vögel bei uns einen Schluck trinken können, wenn es sehr heiß ist“, kündigt Paula an. Tom und Lukas lächeln. Und ich singe ganz leise: „Alle Vögel sind schon da, alle Vögel, alle“.