Inzwischen ist es für uns eine liebgewordene Gewohnheit: Wenn neue Nachbarn zu uns in die Gartenstadt Werdersee ziehen, begrüßen wir sie auf besondere Weise. So wie uns einst Martin und Paula zum Einzug mit Brot und Salz überraschten, überlegen wir beide nun, womit wir die Neuen willkommen heißen können.

„Wer ein Haus baut, der sollte stets auch einen Hausbaum pflanzen.“ An diese Tradition erinnerte ich mich, als ich wieder einmal mit Cigdem in der Küche saß und wir über ein Geschenk nachdachten. „Ja, man sollte aber auch bedenken, dass so ein Baum über mehrere Jahrzehnte wächst und bei einer ungünstigen Wahl eine Menge an Licht wegnehmen kann.“ Ich stimmte ihr zu: „Guter Punkt, vielleicht sollten wir uns das lieber einmal in einer Baumschule anschauen?“

Etwas ratlos standen wir in der nahgelegenen Baumschule vor einer großen Auswahl an Bäumen. Die Wahl des richtigen Baums fiel uns schwer, doch immerhin hatten wir bereits eine Idee im Kopf: „Weder zu hoch, noch zu breit dürfte er wachsen und die Art sollte heimisch sein. Können sie uns da etwas empfehlen?“ „Wie wäre es mit einem Kugelahorn? Kleiner Baum mit kugelförmiger Krone und traumhaften Herbstfarben. Dazu anspruchslos und winterfest. Da können Sie nichts falsch machen. Und wenn sie möchten, bringe ich ihnen das gute Stück auch noch bis vor die Haustür.“

Pünktlich am nächsten Samstag fuhr der Wagen der Baumschule vor und lud den Baum ab. Schnell noch holte ich mir ein paar Tipps, wie wir den Baum pflanzen sollten und was es dabei zu beachten gilt. So einen Baum pflanzt man ja schließlich nicht jeden Tag.

Die neuen Nachbarn hatten wir natürlich vorher eingeweiht und so begannen wir gleich darauf mit der Arbeit im Garten. „Wenn wir uns beeilen, kriegen wir den Baum noch rechtzeitig vor dem Aperitif in die Erde.“ Mit Hilfe eines Spatens heben wir die Pflanzgrube aus, setzen den Baum ein und positionieren einen Pfahl zur Stabilisierung. Anschließend binden wir den Baum daran fest und kippen die restliche Erde um den Baum herum in die Grube und treten den Boden fest. „Jetzt nur noch wässern und anständig düngen und dann hätten wir es auch schon geschafft. Ich denke, den Aperitif haben wir uns jetzt redlich verdient!“